Die alte Rinnmühle, 1769 – 1770 als Getreidemühle erbaut, zeugt vom Ideenreichtum und dem schöpferischen Fleiß seiner Erbauer. Um die Getreideproduktion der Bauern im Ort zu vermahlen, wurden Mühlen benötigt. Die vorhandenen Wind- und Wassermühlen der Umgebung reichten nicht aus.
Um die nötige Fallhöhe für Wassermühlen zu
erreichen, mussten Wehre und besondere Zuleitungen, wie Stollen und Holzrinnen
gebaut werden. Das Wasser für die Rinnmühle wurde aus dem Restwasser der
dorfaufwärts gelegenen Kirchmühle gewonnen. Es wurde in steingesetzten
unterirdischen Stollen mit wenig Neigung bis etwa in die Nähe der heutigen
Bahnbrücke geleitet. Von dort wurde es, dem Dorfbach folgend, oberirdisch zur
Mühle geführt. Die erforderliche Fallhöhe von 1,80 m erreichte man, indem man
das Wasser in Holzrinnen zur Mühle leitete.
Das vom Wasserrad abfließende Wasser wurde dann
wieder in einen steingesetzten Stollen, der etwa 40 cm unter der Kellersohle
des Gebäudes der Rinnmühle liegt und nach ca. 80 m das Niveau des Dorfbaches
erreicht, abgeleitet. Dieser Stollen dient jetzt noch der Entwässerung des
Kellers.
Bemerkenswert ist auch noch, dass unter einem
Drittel des Hauses noch heute der Dorfbach fließt.
Von 1860 bis 1884 war unter dem Dach der
Rinnmühle das Müller- und Bäckerhandwerk zu Hause. 1887 erfolgte der Abriss des
gesamten Mühlenbereiches im und am Grundstück.
Dabei wurde auch der aus Holzrinnen bestehende
Zufluss entfernt.
Von 1887 bis 1959 war im Haus eine Bäckerei, in
dem von 1936 bis 1940 auch Kaffee ausgeschenkt wurde.
Von 1896 bis 1987 erfolgte der Umbau zum
heutigen Cafe „Rinnmühle“, wobei der Stil der Oberlausitzer Umgebindebauweise
beachtet wurde.
Seit 04. 2006 ist die Rinnmühle im Besitz und
Eigentum der Familie Hüttermann.
Bei Übernahme der Gaststätte wurden dringend
notwendige Renovierungsarbeiten, vor allem im Bereich der Toilettenanlage,
vorgenommen.
Es wurde die Ferienwohnung ausgebaut und in
Betrieb genommen.
Eingebaut wurden hier unter anderem eine Küche
und eine Sauna.

Historische Zeichnung der Alten
Rinnmühle mit oberschlächtigem Wasserrad : 

Beispiel eines unterschlächtigem
Wasserrad: 
Hier
eine Wassermühle in Westfalen als Originalölgemälde:


Beim oberschlächtigen Wasserrad strömt das Wasser
in einer Rinne, dem sogenannten Gerinne etwa beim Radscheitel in die
wasserdichten Zellen des Rades. Man spricht daher auch von einem Zellenrad. Das
Rad wird durch die Gewichtskraft des aufgenommenen Wassers (Aufschlagwasser) in
Bewegung versetzt.
Im Gegensatz zur Wasserturbine benötigt ein
oberschlächtiges Wasserrad keinen Rechen, um Treibgut herauszufiltern, und der
Wirkungsgrad ist weniger abhängig von Schwankungen der Wassermenge. Das
Einsatzgebiet liegt bei Gefällen von 2,5 m bis 10 m und Wassermengen bis zu 2
m³/s (typisch sind Gefälle von 3 bis 6 m und Wassermengen von 0,1 bis 0,5
m³/s). Für Mühlen liegen die typischen Wasserradleistungen zwischen 2 und 10
kW. Oberschlächtige Wasserräder werden bei Umfangsgeschwindigkeiten von ca.
1,5 m/s betrieben.
Das Wasser wird bei einem kleinen Wehr, einige
100 m oberhalb des Wasserrades vom Mutterbach abgezweigt und in einem
künstlichen Kanal mit wenig Gefälle zum Rad geleitet. Dieser Kanal wird oft als
Obergraben, Mühlbach oder oberer Mühlgraben bezeichnet. Das Wehr dient der
Regulierung der zuströmenden Wassermenge. Der letzte Teil des Kanals vor dem
Rad wird Gerinne genannt. Es besteht häufig aus Holzbrettern oder Metall. Am
Gerinne ist ein Freifluter, auch Leerschuss genannt, angebracht, welcher bei
Stillstand des Wasserrades das Wasser am Rad vorbeileitet. Eine weitere
Anlagenform besteht darin, dass der Obergraben zu einem Stauteich erweitert
wird. Das Wasserrad steht in unmittelbarer Nähe hinter dem Teichdamm. Der
Wasserzufluss zum Rad wird bei dieser Anlagenform über ein Radschütz gesteuert,
welches sich am Ende des Gerinnes befindet.
Unter optimalen Bedingungen (insbesondere mit
Schaufeln aus Stahlblech) werden beim oberschlächtigen Wasserrad Wirkungsgrade
von über 80% realisiert. Andererseits ist ein Wasserrad im Winter mit
Vereisungsproblemen konfrontiert. Enteisungsarbeit am Wasserrad ist
Schwerarbeit und nicht ungefährlich. Daher wurden viele Wasserräder mit einem
Radhaus umbaut. Das Radhaus schützt nicht nur vor Eis, sondern verhindert auch
ein Austrocknen bei Stillstand, wodurch es bei hölzernen Bauteilen zu
unregelmäßigem Gang des Rades kommt. Turbinen haben diese Probleme nicht.